RADIOAKTIV! „Hot Spots“ im Murgtal und auf der Mürtschenalp

Die radioaktiven Gesteine, die wir sehen und mit Geigerzähler messen, sollten die Basis der Schweizer Atomwaffen werden. Am Weg: das Kupferbergwerk Mürtschenalp und die Arven auf Tschermannen.

Was lange nur Geologie- und Archäologiecracks wussten: Das Murgtal und die Glarnerische Mürtschenalp weisen eine lange Geschichte der Nutzung unterschiedlicher Metalle und Gesteine auf, die bereits in der mittleren Steinzeit (ca. 7000 v. Chr.) einsetzt. Nomadisierende Gruppen beuteten die hiesigen steinernen Ressourcen aus, insbesondere zur Herstellung von Alltagsgegenständen wie Pfeilspitzen oder Messer aus lokalem Feuerstein-Ersatz. Zudem wurde auf der Mürtschenalp seit dem 17. Jahrhundert Kupfer abgebaut, wovon zahlreiche Stollen zeugen. Zu den interessantesten Metallen des Gebirgstales gehört allerdings die uranhaltige Pechblende, jenes kontroverse Material, das wir heute in konzentrierter Form als Brennstoff von Kernkraftwerken kennen. Seine traurige Berühmtheit verdankt es allerdings dem Bau der Atombombe, mit welchem nach 1945 der Kalte Krieg begann. Bis 1969 war daran auch die Schweiz beteiligt. Von diesem zivilen und militärischen Interesse zeugen Sondierungen, die wir besichtigen.

Ziel der Wanderung ist, auf sichere Weise Wissenswertes über dieses nicht alltägliche Metall zu sammeln sowie seine natürlichen Vorkommen und die Geschichte der „Schweizer Atombombe“ kennenzulernen.

Geologisch ist das Gelände nicht nur wegen der menschlichen Nutzungsspuren interessant: Bis vor wenigen Jahren wurde die Entstehung des prägenden roten Gesteins "Verrucano" dem geologischen Phänomen des Permokarbontrogs zugerechnet. Heute ist die Forschung einen Schritt weiter: es gibt keinen Permokarbontrog...

Vom Ausgangspunkt Merlen im Murgtal aus wandern wir bis auf die Höhe des Gsponwaldes, wo sich der erste natürliche radioaktive „Hot Spot“ befindet (Strahlungsintensität: bis zu 3µSv/h). Anschliesend erreichen wir Untermürtschen, wo eine kurze Einführung in die prähistorische Nutzung natürlicher Ressourcen im Alpenraum folgt. Es folgt der Aufstieg zum Erzbett (1621 m), der Abraumhalde des Kupferbergwerks Mürtschenalp. Der Zugang zum Stollen selbst ist freiwillig und erfolgt auf eigene Gefahr. Nach der Mittagspause steigen wir auf die Tschermänner-Charren hoch, eine abwechslungsreiche farbenfrohe Landschaft mit alten Arven und Aussichtspunkten. Wir gehen durch das unwegsame Gelände bis zur Übergang unterhalb des Silberspitzes. Der Abstieg erfolgt über steile Wegspuren von Silberspitz über Bütz nach Merlen / Murg.

Die natürliche Strahlendosis ist bei diesem Kurzaufenthalt unbedenklich. Es empfiehlt sich jedoch, ein Paar Arbeitshandschuhe mitzunehmen. Geigerzähler werden gestellt.

Die Tour entspricht stellenweise T3 auf der SAC-Skala. Der Stollenzugang auf Erzbett gehört nicht zur Tour. Hohes Schuhwerk ist zwingend, für den Stollen (gehört nicht zur Tour) sind Helm und Taschenlampe notwendig. Versicherung ist Sache der Teilnehmer.

Begleitinformationen durch Dr. phil. Heinrich Speich, (Historiker, Archäologe, Geo-Guide) und Dr. Klara Hübner (Historikerin).

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