Mystische Taminaschlucht

Warmes Wasser aus düsterer Schlucht

Mystische Taminaschlucht – wo das heilende Thermalwasser entspringt

Auf dem Weg in die Taminaschlucht

Vom Kurort in eine andere Welt

Von Bad Ragaz bringt uns ein Kiesweg immer näher zur Taminaschlucht. Auf halber Strecke blicken wir hoch zur Taminabrücke. Die grösste Bogenbrücke der Schweiz überspannt 200 Meter weiter oben das steile Tobel. Ungefähr eine Stunde dauert die leichte Wanderung von Bad Ragaz zum Alten Bad Pfäfers. Wer nicht zu Fuss gehen möchte, nimmt das Postauto oder die Rösslipost.

Der Schluchtweg

15'000 Jahre alt

Am Ende des Weges steht das Alte Bad Pfäfers. Gleich hinter dem geschichtsträchtigen Gebäude befindet sich der Eingang zur mystischen Taminaschlucht. Der gleichnamige kleine Fluss hat sich hier im Laufe der letzten 15 000 Jahre tief in Mutter Erde gegraben. Ein Drehkreuz weist den Besuchern den Weg in diese Welt.

Im Stollen zur Quellgrotte

Wild, laut, düster

Immer tiefer geht es in die Schlucht. Die wilde Kraft des Wassers ist hier förmlich spürbar. Über einen Stollen gelangt man schliesslich zum Geburtstort des berühmten Pfäferser Thermalwassers. Unentwegt sprudelt die Taminaquelle aus dem Fels, Tag und Nacht, 36.5 °C warm, 8'000 Liter in der Minute.

Das Quellwasser sprudelt

10 Jahre auf Reisen

Die Herkunft des Thermalwassers bleibt ein Rätsel. Wissenschaftler vermuten, dass das Wasser im Tödi- oder Sardonagebiet versickert. Dabei wird es erwärmt, bis es in der Taminaschlucht durch Felsquerspalten nach über 10 Jahren wieder an die Oberfläche gelangt. 7-10 Millionen Liter pro Tag strömen täglich aus der Quelle.

Die Bäderkultur in den Anfägen

Im Mittelalter entdeckt

Es sind zwei Jäger des nahen Klosters Pfäfers, die 1240 die Taminaquelle entdecken. Im warmen Wasser erkennen die Mönche des Klosters eine heilende Wirkung. Anfänglich baden die Kranken unmittelbar bei der Quelle in Felsvertiefungen. Ab 1350 werden hölzerne Badehäuser quer über die tosende Tamina gebaut. Die Kranken verweilen ununterbrochen bis zu zehn Tage lang im Wasser. Beschwerlich war der Zugang in die Schlucht: wer konnte, kletterte über Leitern. Der Rest liess sich in Körben in die Schlucht abseilen – mit verbundenen Augen gegen die Angst.

Das Alte Bad Pfäfers heute

Bis zu 300 Gäste

Im 16. Jahrhundert beginnt der Arzt Paracelsus das Thermalwasser wissenschaftlich zu untersuchen. 1630 wird das Quellwasser in Kanälen aus Holz zum ersten Mal aus der Schlucht herausgeleitet, ein erstes Badehaus ensteht. Zwischen 1704-1718 werden die heute noch mehrheitlich erhaltenen Badegebäude errichtet. In ihren Glanzzeiten beherbergt das Alte Bad Pfäfers bis zu 300 Gäste. Heute dient das Gebäude als Museum, Gaststätte und als Ort kultureller Veranstaltungen. Das Alte Bad Pfäfers ist während der Schluchtsaison von Ende April bis Mitte Oktober täglich offen.

Das erste Thermalwasser-Hallenbad Europas

Der Grundstein für den Weltkurort Bad Ragaz

1840 bringt eine vier Kilometer lange Leitung das Quellwasser erstmals nach Bad Ragaz, wo im Jahr 1872 mit der Tamina Therme das erste Thermalwasserhallenbad Europas entsteht. Damit wird der Grundstein für den Bade- und Kurort gelegt. In der Folge kommen immer mehr Gäste nach Bad Ragaz, darunter auch berühmte Persönlichkeiten wie wie Rainer Maria Rilke, Friedrich Wilhelm Nietzsche, Thomas Mann und Victor Hugo. Auch heute noch bildet das Thermalwasser den Kern des touristischen Angebotes im Kurort.

Tamina Therme
Grand Resort Bad Ragaz